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Publiziert in Politik

Geänderte Sicherheitswahrnehmung

Bereitschaft zu Militäreinsätzen steigt

Sonntag, 15 November 2015 18:13 geschrieben von 
Bereitschaft zu Militäreinsätzen steigt Bereitschaft zu Militäreinsätzen steigt Quelle: PIXABAY.COM

Berlin - Aufgrund der veränderten Sicherheitswahrnehmung in Deutschland ist die Bereitschaft der Deutschen gestiegen, sich im Ausland an Militäreinsätzen zu beteiligen. Eine neue Studie des „Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ hat zutage gebracht, dass sich mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Deutschen für eine aktivere Rolle Deutschlands in der Außen- und Sicherheitspolitik ausspricht.

So sagen 66 Prozent, dass Deutschland bei der Bewältigung internationaler Krisen mitwirken sollte. 27 Prozent sagen, dass die deutsche Politik sich eher auf die Probleme im eigenen Land konzentrieren solle. Damit hat sich seit 2013 das Meinungsbild der Bundesbürger gedreht. Vor zwei Jahren wollten 43 Prozent eine Beteiligung Deutschlands an internationalen Missionen, 45 Prozent waren hingegen dafür, dass sich Deutschland raushält.

Wahrscheinlich haben viele mittlerweile verstanden, dass die internationalen Krisen von heute die innenpolitischen Probleme von morgen sein können. Letzteres liegt aber an der verantwortungslosen Politik der offenen Grenzen.

Darüber hinaus sagen 51 Prozent der Befragten, dass die finanziellen Mittel für die Bundeswehr erhöht werden sollten. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung zum Wert von vor zwei Jahren, als nur 19 Prozent sich für eine Erhöhung des Verteidigungsetats aussprachen. 45 Prozent sprechen sich dafür aus, die Zahl der Soldaten zu erhöhen. Die Verfasser der Studie erklären diesen Meinungswandel mit den „veränderten Sicherheits- und Bedrohungswahrnehmungen“.

Hätte man die Befragung nach den Anschlägen von Paris durchgeführt, wären die Werte wohl noch höher gewesen. Die Tatsache, dass durch die Massenzuwanderung nach Deutschland und Europa zahlreiche politische, religiöse und kulturelle Konflikte importiert werden, führt vor Augen, wie klein die Welt durch die Politik der offenen Grenzen geworden ist. Die Konflikte des Nahen und Mittleren Ostens sowie Afrikas werden längst in Europa fortgesetzt.

Es ist zwar ehrlicher, zu sagen, dass die Probleme in der Welt uns alle angehen, weil wir direkt davon betroffen sind. Es ist aber dennoch ein Trugschluss, zu meinen, ein deutsches Engagement würde die Probleme vor Ort lösen. Stattdessen haben die militärischen Interventionen des Westen oft genug erst zu Destabilisierung souveräner Staaten geführt, deren Territorien nun die Spielwiese zum Beispiel für den „Islamischen Staat“ (IS) sind, der seine Gewalt nun auch nach Europa tragen will.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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