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Publiziert in Politik

„Fracking ist Risikotechnologie“

Bundesregierung spricht sich für Fracking aus

Freitag, 08 Mai 2015 00:11 geschrieben von 
Barbara Hendricks Barbara Hendricks Quelle: barbara-hendricks.de

Berlin - Die Bundesregierung liebäugelt mit der Fracking-Technologie, die Bundestagsopposition stellt sich dagegen. Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in die Gesteinsschichten gepumpt, um diese aufzubrechen, sodass Öl bzw. Gas entweichen und gefördert werden kann. Grüne und Linke bezeichnen die Methode als „Eskalationsstufe der fossilen Energiegewinnung“. Sie warnen vor allem vor der damit verbundenen Verschmutzung des Trinkwassers und massiven Umweltschäden, wie sie auch in den USA bereits aufgetreten sind. Beide sprechen sich für ein Verbot der Fracking-Technologie aus. Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, OIiver Krischer sagte dazu: „Fracking ist eine Risikotechnologie, die unser Trinkwasser gefährdet. Das wollen wir in Deutschland, in Europa nicht.“

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vertritt in dieser Frage offenbar eine zwiespältige Position. Emotional scheint sie die Technologie eher abzulehnen, sie scheint sich aber dem Druck seitens der Führungsetagen von CDU und SPD gebeugt zu haben. Einerseits sagt sie, dass man das Fracking unter „sehr strengen Regeln“ zulassen solle. Und weiter: „Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst.“ Andererseits sagte sie auch: „Wir brauchen keine neuen fossilen Energiequellen. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren.“ Sie meint, das Fracking dennoch nicht verbieten zu können, weil die im Grundgesetz verbriefte Forschungsfreiheit kein Verbot zulassen würde.

In dieselbe Kerbe schlug nun der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), der den Grünen und Linken das Schüren von Ängsten vorwarf. Pfeiffer dazu wörtlich: „Auch wenn wir den Umbau der Energieversorgung erreichen, dann werden konventionelle Energien trotzdem weiterhin eine Rolle spielen.“ Doch die Union sei auch bereit, in bestimmten Gesteinsschichten das Fracking zu untersagen. Im Sommer soll der Bundestag das Fracking-Gesetz beschließen.

Wenn sich die Große Koalition durchsetzt, werden Fracking-Proben schon bald möglich. Ab dem Jahr 2019 könnte es dann zur kommerziellen Förderung kommen. Die Produktion soll der Bundesregierung zufolge in Wasserschutzgebieten und Nationalparks verboten sein. Doch selbst mit diesen Plänen ist die deutsche Gas- und Ölindustrie nicht zufrieden. Der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung, Gernot Kalkoffen sagte dazu: „Der Gesetzentwurf geht uns an einigen Stellen deutlich zu weit.“ Die Pläne seien zu restriktiv.

Es ist verantwortungslos, die Fracking-Technologie zu legalisieren, obwohl bekannt ist, welche dramatischen Folgen sie für Trinkwasser und Ökologie mit sich bringt. Ihr ökonomischer Nutzen ist hingegen höchst zweifelhaft.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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