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Publiziert in Politik

Sexuelle Übergriffe

Chef der Polizeigewerkschaft bezweifelt, dass Kölner Täter gefasst werden

Mittwoch, 06 Januar 2016 18:36 geschrieben von 
Chef der Polizeigewerkschaft bezweifelt, dass Kölner Täter gefasst werden Chef der Polizeigewerkschaft bezweifelt, dass Kölner Täter gefasst werden

Köln - Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, bezweifelt, dass die ausländischen Sexualstraftäter aus der Kölner Silvesternacht gefasst werden können. Es stehe zu befürchten, dass es keine einzige Verurteilung geben werde.

Immens wichtig sei die Ermittlung der Täter. „Wenn sie nicht gefasst werden, werden sie sich regelrecht ermuntert fühlen, im Schatten der Anonymität weiter tätig zu werden“, erklärte Wendt. Man müsse davon ausgehen, dass die Ausländer diese erniedrigende Taktik auch in Zukunft anwenden werden.

Bedenkt man, dass die Personalsituation der Polizei bereits vor der Asylkrise massiv angespannt war, wird klar, dass für eine wirksame Strafverfolgung schlichtweg zu wenig Polizisten zur Verfügung stehen, so Wendt. Bereits in der Silvesternacht habe man aufgrund von Personalmangel nicht besser reagieren können: „Es war mit dem vorhandenen Personal nicht möglich, den Platz dauerhaft zu räumen“, sagte Wendt. Dabei wäre das bereits vor den Übergriffen aufgrund der lebensgefährlichen Böllereien der versammelten Ausländer mitten in der Menge angezeigt gewesen.

Auch wenn es sich bei den Tätern Zeugenaussagen zufolge um nordafrikanisch und arabisch aussehende Ausländer handele, warnte Wendt davor, nun alle Asylanten unter Generalverdacht zu stellen. Es sei allerdings nicht nachvollziehbar, warum der große Aufschrei ausbleibe und erst Tage nach den Vorkommnissen über das ganze Ausmaß berichtet wird. Zunächst hatte die Polizei in ihrer Pressemitteilung wider besseren Wissens sogar von einer ruhige Silvesternacht in Köln berichtet. „Offensichtlich ist es so, dass hier die falschen Täter sind. Wenn es andere Täter wären, etwa Hogesa-Mitglieder, wäre der Aufschrei längst da“, kritisierte Wendt. Offenbar bestehe bei einigen die Neigung bei muslimischen Tätern, die noch dazu Asylantragsteller sind, auf Tauchstation zu gehen.

Zuvor hatten führende Politiker auf Bundesebene vor einer pauschalen Diskreditierung von Asylanten gewarnt. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte: „Wenn Asylbewerber unter den Tätern waren, ist das noch lange kein Grund, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.“

Thomas de Maizière (CDU), der Bundesinnenminister, warnte ebenfalls davor, einen „Generalverdacht gegen Flüchtlinge“ zu hegen. Man müsse zwischen Asylbewerbern, die straffällig werden und jenen, die sich nichts zuschulden kommen lassen, unterscheiden. „Das machen wir bei Deutschen ja auch. Und diese gleiche Haltung brauchen wir auch gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern.“

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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