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Publiziert in Politik

Studie der Hilfsorganisation Oxfam

Kluft zwischen Arm und Reich wächst unaufhaltsam

Dienstag, 19 Januar 2016 22:55 geschrieben von 
Bildschirmfoto vom 20.01.2016-01 der Webseite www.oxfam.de Bildschirmfoto vom 20.01.2016-01 der Webseite www.oxfam.de Bildschirmfoto: www.oxfam.de

Berlin - Die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt unaufhaltsam zu. Das ist das Ergebnis der jüngsten Studie zur sozialen Ungleichheit der internationalen Hilfsorganisation Oxfam, die diese anlässlich der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Alpenkurort Davos vorstellte.

So steigt das Vermögen der Superreichen immer weiter – allein um 44 Prozent in den letzten Jahren. Währenddessen sank der Besitz der armen Bevölkerung um 41 Prozent – trotz Bevölkerungswachstum um 400 Millionen Menschen. Mittlerweile besitzen die 62 reichsten Menschen der Erde „genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung“. Insgesamt sei das Vermögen dieser wenigen Reichen auf 1,76 Billionen US-Dollar angewachsen. Im vergangenen Jahr waren dafür die achtzig Reichsten der Welt notwendig gewesen.

Man könne fast überall auf der Welt einen dramatischen Anstieg der sozialen Ungleichheit beobachten, mahnen die Autoren der Studie. „Das oberste Prozent der Weltbevölkerung verfügt über mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen“, so Oxfam. Die Hilfsorganisation bezieht sich hierbei auf Daten der Schweizer Großbank Credit Suisse und deren Analysen im „Wealth Reports 2015“.

Oxfam wandte sich mit seinem Bericht an die aus über einhundert Ländern versammelten Politiker und Unternehmenschefs, damit diese Maßnahmen gegen ein weiteres Auseinanderdriften der sozialen Schere ergreifen. „Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind“, erklärte Tobias Hauschild von Oxfam Deutschland. „Nötig ist ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren.“

Es müsse endlich Schluss sein damit, dass „Konzerne sich (…) aus ihrer Verantwortung stehlen“. Noch immer hätten neun von zehn Großkonzernen Niederlassungen in mindestens einer Steueroase. Deshalb fordert Oxfam, dass Gewinne ausschließlich dort versteuert werden müssen, wo sie auch erzielt worden seien.

Zum Weltwirtschaftsforum treffen sich vom 20. bis 23. Januar rund 2.500 Spitzenpolitiker, Konzernchefs und Wissenschaftler. Neben Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wird auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck sowie Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) anwesend sein.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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