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Publiziert in Politik

Wer ist denn da im Landtag?

Stefan Räpple (AfD) möchte langfristig Baden-Württemberg mitgestalten

Samstag, 02 April 2016 20:06 geschrieben von 
Stefan Räpple (AfD) ist  Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg Stefan Räpple (AfD) ist Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg Quelle: Stefan Räpple, WINZERIN VOM RHEIN

Stuttgart - Das Fukushima des Jahres 2016 lautet Asyslkrise. In Folge dieses allgegenwärtigen Themas gelang der AfD, wie den Grünen 2011, ein bemerkenswerter Wahlerfolg in den Baden-Württembergischen Landtag. Doch welche Personen verbergen sich hinter den zukünftigen 23 Sitzen, welche die AfD erringen konnte?

Heute: Stefan Räpple aus dem Ortenaukreis.

Folgt man der üblichen Klischee-Berichterstattung der Medien, handelt es sich bei dem typischen AfDler um einen alten, verbitterten Mann, aus gehobenem Hause, der in der Vergangenheit hängt und zurück zu alten Zeiten möchte. Betrachtet man nun Stefan Räpple, Jahrgang 1981, sind diese Klischees schnell überholt.

Geboren im beschaulichen Oberkirch (Baden) absolvierte er zunächst im elterlichen Café seine Ausbildung zum Konditor, bevor er als Stipendiat sein Lehramt Studium an der PH Freiburg begann.

Räpple, welcher stets geduldig und mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht anzutreffen ist, war jedoch schnell ernüchtert von dem was sich ihm in seinem Studienalltag offenbarte. Nicht die fachliche, kindgerechte Bildung stand im Fokus seiner Ausbildung. Ideologie und Politisierung, Umerziehung statt Bildung, so musste er erfahren, war der Alltag an der PH. Angewidert von diesen Rahmenbedingungen wuchs im Idealisten Räpple der Drang, diese politisch bedingten Abläufe zu verändern. 

Bei der Suche nach der für ihn richtigen Partei, in welcher er gestalten und neue Wege beschreiten wollte, stieß er auf die neu gegründete Alternative für Deutschland. Voller Tatendrang und ausgeprägtem Idealismus erlebte er jedoch auch hier zunächst die unschönen Seiten einer Parteineugründung. Empört über die Betrugsvorwürfe und das Verhalten des damaligen Landesvorstandes um Bernd Kölmel erklärte Stefan Räpple im Sommer 2013, auf dem Landesparteitag in Karlsruhe, auf der Bühne seinen Austritt aus der AfD. Ein großer Fehler, wie er kurze Zeit später befand. Er wollte durch sein Handeln die anderen Mitglieder wachrütteln und sensibilisieren, musste jedoch erkennen, dass die Zeit hierfür noch nicht reif war und er sich so selbst um ein Mitspracherecht in der Partei gebracht hatte. 

Den Vorstellungen der Partei verbunden gründete er anschließend mit anderen engagierten Jugendlichen die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative. Sie sollte für ihn auch ein Gegenstück zur bisherigen Politik und den etablierten Verhaltensweisen darstellen. Demokratisch, Streitlustig und ohne Postengeschacher. 
Hier wirkte er maßgeblich am Aufbau der Strukturen und Landesverbände mit und sammelte auf AfD Veranstaltungen Spenden für die Jugend. Die hier gemachten Erfahrungen halfen ihm auch, als er nach langem Ringen wieder der AfD als Mitglied beitrat. Hier konnte er seine Erfahrungen als Versammlungsleiter sowie seine bundesweite Jugendvernetzung und  Erfahrung in der Vorstandsarbeit in seinem eigenen Kreisverband und auf Landesparteitagen einbringen.

Seine inzwischen begonnene Ausbildung als Psychoanalytiker sowie seine eigenen Erfahrungen als Versammlungsleiter nutzte er um durch Vorträge Kreisverbände und Mitglieder für Manipulationsmöglichkeiten sowie korrekte Versammlungsabläufe zu sensibilisieren. Dies geschah besonders im Hinblick auf den sich damals anbahnenden Austritt Bernd Luckes und der Neugründung seiner Partei ALFA, schließlich war Bernd Kölmel, welcher der Anlass für seinen Parteiaustritt war, zu diesem Zeitpunkt der bevorzugte Versammlungsleiter Bernd Luckes.

Nach der Abspaltung von ALFA und somit eines großen Teiles des alten Landesvorstandes nutze Stefan Räpple die Gunst der Stunde um, als Vorsitzender des AfD Landesfachausschusses Bildung, Forschung und Kultur, sein Steckenpferd die Bildung in das Landeswahlprogramm einfließen zu lassen.

Den Wahlkampf verbrachte er im unermüdlichen Straßeneinsatz für jede Stimme, indem er tägliche Infostände in seinem Wahlkreis veranstaltete und bis in die späten Abendstunden Flyer in den Briefkästen potentieller Wähler platzierte.

Der Lohn für seine Mühen waren solide 15% im Wahlkreis 52 Kehl bei Landtagswahl und daraus resultierend sein Sitz im zukünftigen Landtag. Bernd Kölmel hingegen erreichte mit seiner neuen Partei ALFA im Land blamable 1%, so dass man sagen könnte, Ehrlich währt am längsten. 

Aber all dies war für Stefan Räpple nur der erste Schritt, denn wenn er nun nach seinem wohl verdienten Urlaub in die neue parlamentarische Arbeit und somit die menschlichen  Abgründe der Politik voll einsteigt, wird seine freundliche Art sicherlich oft herausgefordert werden. So bleibt dem Neuen aus Baden nur zu wünschen, dass sein Idealismus weiter erhalten bleibt und er sich auch hier am Ende des Tages durchsetzen wird.

Letzte Änderung am Montag, 04 April 2016 06:35
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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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